HORIZONTERWEITERUNG MIT FRÄULEIN KLARINETTE

DIE NEUE CD VON FERDINAND STEINER - RARE VIRTUOSE DINGE
"Ferdiggietto" nennt sich eine CD mit überwiegend Musik für das "Fräulein Klarinette", wie Brahms seine letzte instrumentale Liebe nannte. Brahms gibt es nicht auf der brandneuen CD des Soloklarinettisten des Mozarteum Orchesters. Ferdinand Steiner hat ein virtuoses Programm mit eher raren Stücken eingespielt. Hört man die "Ferditracks" aufmerksam durch, dann hat man 75 Minuten lang sich nicht nur bestens unterhalten, sondern auch den musikalischen Horizont erweitert. Wer kennt schon hierzulande die Klarinettensonate des heuer achtzigjährigen, in England naturalisierten gebürtigen Österreichers Joseph Horovitz? Ein noch nicht gebührend entdeckter Exilkomponist - vielleicht deshalb, weil er so unverfroren tonal und jazzig komponiert? Diese Musik ist im besten Sinne eigenartig, pfiffig und gekonnt formuliert. Ferdinand Steiner und der mitatmende Pianist Fausto Quintabà sind Interpreten, welche Lust auf mehr Horovitz machen.
Wie schön man auf der Klarinette singen kann, beweist Steiner mit köstlich naiven Arrangements, die Verdi-Zeitgenossen aus "Rigoletto"- und "Traviata"- Schlagern gemixt haben. Aber auch die trockene Schärfe von Strawinskys Solostücken trifft punktgenau und steuert noch dazu kulinarische Würze bei. Jean Francaix wiederum war einer der verspielten Musikanten des 20. Jahrhunderts, frech und keinem "Ismus" untertan - dafür ist das Stück "Tema con variazioni" für Klarinette und Klavier ein delikates und nuanciert musiziertes Beispiel. Debussys erste Rhapsodie erklingt farbenprächtig. Bruder und Orchester-Kollege Andreas Steiner - wann gibt es von ihm eine Solo-CD? - gastiert als einfühlsamer Solist im "Blues for Gilbert" des Zeitgenossen Mark Glentworth; so melodisch kann ein Vibraphon klingen. Michael Weingartmann, der zweite, gute Klavierpartner der Aufnahme, spielt ernsthaft zwei Rachmaninoff-Piecen.

Fehlt noch das titelgebende "Ferdiggietto" - so nämlich nennt Peter WesenAuer seine herrlich swingende Bearbeitung des berühmten "Akazistückerls" namens "Solfeggietto" des C.Ph.E. Bach. Kenner wissen, dass die Brüder Steiner und Kontrabassist Ivailo Iordanov auch als Jazzer "ordentlich was drauf" haben!

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